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Lisa Patterer · 2 Min. Lesezeit

Forschende der Stanford University begleiteten 108 Personen im Alter von 25 bis 75 Jahren über bis zu knapp sieben Jahre und analysierten dabei mehr als 5.400 biologische Proben aus zehn verschiedenen molekularen Ebenen – von Genaktivität über Proteine bis zum Mikrobiom. Ergebnis: Nur 6,6 % der untersuchten Moleküle veränderten sich linear mit dem Alter. Bei 81 % zeigte sich stattdessen ein sprunghaftes Muster mit zwei ausgeprägten Wendepunkten – um das 44. und um das 60. Lebensjahr.
Um die 44 verschieben sich vor allem Moleküle, die für den Fett-, Alkohol- und Koffeinstoffwechsel sowie für die Herz-Kreislauf-Gesundheit und die Struktur von Haut und Muskeln zuständig sind – unabhängig vom Menopausenzeitpunkt bei Frauen. Um die 60 stehen dann Veränderungen im Immunsystem, in der Nierenfunktion und im Kohlenhydrat- sowie Herz-Kreislauf-Stoffwechsel im Vordergrund. Das erklärt, warum sich bestimmte gesundheitliche Herausforderungen – etwa ein verändertes Verhältnis zu Alkohol oder Koffein in den 40ern, oder ein anfälligeres Immunsystem ab 60 – bei vielen Menschen tatsächlich schubartig bemerkbar machen, statt sich stetig anzukündigen.
Im Gegenteil. Eine kleine, aber kontrollierte klinische Studie zeigte, dass ein achtwöchiges Programm aus angepasster Ernährung, Bewegung, Schlafhygiene und Entspannungsübungen das biologisch gemessene Alter der Teilnehmenden im Vergleich zur Kontrollgruppe um durchschnittlich 3,23 Jahre senkte. Die Stichprobe war mit 38 Personen klein, das Ergebnis daher als erster Hinweis und nicht als Beweis zu verstehen – es zeigt aber, dass biologisches Alter kein festes Schicksal ist, sondern auf Lebensstiländerungen reagiert.
Wenn Altern in klar erkennbaren Phasen verläuft, eröffnet das eine neue Möglichkeit für Prävention: gezielte Vorsorge genau rund um die 40er- und 60er-Marke, wenn der Körper besonders empfänglich für Veränderung ist. Das ist der eigentliche Umdenkprozess einer alternden Gesellschaft – weg von pauschalen Ratschlägen, hin zu Aufmerksamkeit für die Phasen, in denen der eigene Körper tatsächlich einen Umbruch durchläuft.
