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Vorsorge

Das Gesundheitsfenster 50–70: Nutze es für mehr gesunde Lebensjahre

Wir leben länger als frühere Generationen – aber länger zu leben bedeutet nicht automatisch, länger gesund zu leben. Studien zeigen, dass viele Menschen es verabsäumen, im Alter zwischen 50 und 70 - eine Lebensphase, in der viele noch leistungsfähig sind - die Weichen für körperliche und geistige Selbstständigkeit im hohen Alter zu stellen. Es ist das Fenster, in dem wir entscheiden, wie wir altern.

gue · 2 Min. Lesezeit

healthy aging

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Insbesondere die Zahl der Lebensjahre bei guter Gesundheit liegt in Österreich unter dem europäischen Durchschnitt. Schweden hat 10 gesunde Jahre mehr. Die gesunden Lebensjahre müssen besonders im Alter zwischen 50 und 70 in den Mittelpunkt der Vorsorge gestellt werden.

Diverse Faktoren beeinflussen maßgeblich, wie Menschen altern und welche gesundheitlichen Herausforderungen sie im höheren Lebensalter bewältigen müssen.

Studien zeigen übereinstimmend, dass ein niedriger sozioökonomischer Status, geringere Bildung und belastende Lebensumstände mit einem erhöhten Risiko für chronische Erkrankungen, Gebrechlichkeit, funktionelle Einschränkungen und Pflegebedürftigkeit verbunden sind.

Interessant ist auch der Umstand, dass Frauen zwar länger leben, aber einen größeren Teil ihrer zusätzlichen Lebensjahre mit gesundheitlichen Einschränkungen verbringen.

Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht: „Wie alt werde ich?“, sondern: „Wie lange kann ich mein Leben selbstbestimmt gestalten?“ Mit 50 oder 55 fühlt man sich noch relativ gesund. Vorsorge wird allerdings nur punktuell gemacht, Bewegung nimmt langsam ab, Muskeltraining wird als Sport für Jüngere betrachtet und Ernährung bleibt weitgehend unverändert.

Das Problem: Viele Risikofaktoren wirken jahrzehntelang, bevor sie spürbare Beschwerden verursachen.

Der ideale Zeitpunkt, um mit einer ganzheitlichen Vorsorge zu beginnen, wäre das 50. Lebensjahr. Ab 50 verdichten sich die Risikofaktoren wie erhöhter Blutzucker, beruflicher Stress, ungesunde Ernährung, mangelnde Bewegung, die in höherem Alter zu chronischen Erkrankungen und Pflegebedürftigkeit münden.

Wie kann die Zeit zwischen 50 und 70 für gesunde Langlebigkeit genutzt werden?

Die frühzeitige Erkennung von Mangelernährung oder Verlust der Kontrolle über den Stoffwechsel im Alter spielen eine wichtige Rolle.

Studien belegen weiters, dass regelmäßige Bewegung, Kraft- und Gleichgewichtstraining, ausreichende Proteinzufuhr sowie die Förderung sozialer Kontakte wesentlich dazu beitragen können, Mobilität, Selbstständigkeit und Lebensqualität bis ins hohe Alter zu erhalten.

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) hat weiters Diagnosetests ausgearbeitet, mit denen man Mangelernährung, schwindende Muskelkraft, Sturzgefahr oder depressive Symptome bei älteren Menschen erkennen und anhand vorgegebener Behandlungsschritte lindern kann.

Die Grundprinzipien sind für Männer wie Frauen gleich: Kraft, Ausdauer, Stoffwechsel, Gehirn, Schlaf, Ernährung, soziale Beziehungen und Prävention. Die Schwerpunkte können zwischen Frauen und Männer unterschiedlich sein. Audauer allein reicht im Alter nicht, Krafttraining wird zu Medizin.

Nicht erst behandeln, wenn Funktion verloren gegangen ist, sondern vorher messen und trainieren ist die Devise. 50 – 70 soll nicht bedeuten, dass man erst im 50. Lebensalter damit anfangen soll. Vielmehr sollte dieser Lebensabschnitt als Beschleunigungsphase verstanden werden und als eine (vielleicht letzte) Chance, rechtzeitig für das gesunde Alter vorzusorgen.

Es ist das Fenster, in dem wir entscheiden, wie wir altern.

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