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gue · 3 Min. Lesezeit

PreventiveDoctor
Nüchtern Insulin:
Insulin ist das einzige Hormon im Körper, das den Blutzucker senkt. Es wird von der Bauchspeicheldrüse produziert und hilft, den Blutzucker zu regulieren, indem es den Zellen ermöglicht, Zucker zur Energiegewinnung oder Speicherung aufzunehmen. Der Insulintest hilft bei der Diagnose von Diabetes, der Steuerung der Therapie und der Untersuchung der Ursachen von niedrigem Blutzucker (Hypoglykämie).
Vorsorgemediziner bevorzugen diesen Marker gegenüber dem Nüchtern-Blutzucker (Glukose), weil sich ungünstige Insulinspitzen (“spikes”) oft um Jahre früher zeigen als der Nüchtern-Blutzucker.
Wenn der Nüchtern-Blutzucker sehr hoch im abnormalen Bereich ist, handelt es sich oft schon um eine metabolische Dysfunktion. Trotzdem ist der Insulin Marker sehr oft nicht in einem Standard Blutbild enthalten.
hsCRP:
Das C-reaktive Protein (CRP) ist ein Protein, das von deiner Leber als Reaktion auf Entzündungen produziert wird. Es ist einer der empfindlichsten und am häufigsten verwendeten Blutmarker, um akute Infektionen, Gewebeverletzungen oder chronisch-entzündliche Erkrankungen aufzuspüren. Da es bei Problemen sehr schnell ansteigt, dient es als hervorragendes Frühwarnsystem.
Für Vorsorgemediziner ist das CRP Blutmarker wichtig, um auch die chronischen niederschwelligen Entzündungen (“stille Entzündungen”) im Körper aufzuspüren. Diese Art der Entzündungen treiben viele altersbedingten Krankheiten.
Gesundheitsbewußte Menschen versuchen diesen Blutmarker Wert möglichst zu optimieren, manchmal sogar gegen 0 mg/dl. Labore können dann bei Bluttests gar keine CRP Proteine mehr im Blut aufspüren.
HbA1c:
HbA1c, auch bekannt als “verzuckertes” Hämoglobin, misst den Prozentsatz der roten Blutkörperchen, an die Zucker gebunden ist. Da rote Blutkörperchen etwa zwei bis drei Monate leben, liefert dieser Marker einen äußerst zuverlässigen Durchschnitt deiner Blutzuckerwerte über diesen gesamten Zeitraum. Er ist einer der wichtigsten Messwerte zur Diagnose von Prädiabetes und Diabetes sowie zur Überwachung, wie effektiv der Blutzucker langfristig reguliert wird.
Der Akutmediziner diagnostiziert meist einen Wert von unter 5,7% als zufriedenstellend, weil es keine Anzeichen auf eine Krankheit wie Typ-2-Diabetes gibt.
Da höhere HbA1c Werte jedoch die Geschwindigkeit des Alterns auf zellulärer Ebene antreibt und zelluläre Schäden drohen, sehen Vorsorgemediziner einen HbA1c Wert von ca. 5% als erstrebenswert.
Vitamin D:
Vitamin D, oft als 25-Hydroxy-Vitamin D gemessen, ist ein einzigartiger Nährstoff, der in deinem Körper eher wie ein Hormon wirkt. Es ist unerlässlich für die Aufnahme von Calcium zum Aufbau starker Knochen, unterstützt ein robustes Immunsystem und reguliert die Stimmung. Obwohl kleine Mengen über die Nahrung aufgenommen werden, produziert der Körper es hauptsächlich selbst, wenn nackte Haut Sonnenlicht ausgesetzt ist.
Während in den USA durchschnittlich 20 ng/ml an Vitamin D gemessen werden, liegt der empfohlene Normalbereich europäischer Labore meist über 30 ng/ml.
Vitamin D wird besonders von Menschen supplementiert, die ihre Gesundheit damit optimieren wollen. Dabei wird oft ein Wert von 40 – 60 ng/ml als Ziel angestrebt, für bessere Immunfunktion, Knochengesundheit und langfristige Vorsorge gegen Krankheiten. Einige klinische Reviews und Expertenkreise unterstützen diese “Optimalwerte”.
Lp(a)
Lipoprotein(a), kurz Lp(a), ist ein LDL-ähnliches Teilchen, das Cholesterin im Blut transportiert. Im Gegensatz zum normalen LDL-Cholesterin wird dein Lp(a)-Spiegel fast ausschließlich genetisch bestimmt und kaum durch Ernährung oder Lebensstil beeinflusst. Es gilt als wichtiger unabhängiger Risikofaktor, da es aufgrund seiner Struktur besonders stark zu Ablagerungen in den Arterien und zur Bildung von Blutgerinnseln neigen kann.
Vorsorgemediziner betonen besonders die Tatsache, dass dieser einzelne Marker das Potential hat, das gesamte kardiovaskuläre Risiko maßgeblich zu beeinflussen und zu verändern. Wenn das Lp(a) hoch ist, müssen alle anderen Marker besonders “streng” interpretiert werden.
ApoB:
ApoB ist ein wichtiger Marker zur Abschätzung des Risikos für Arterienverkalkung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Anzahl der ApoB-Partikel spiegelt die Anzahl der potenziell schädlichen Cholesterin tragenden Partikel wider.
Ein erhöhter ApoB-Wert bedeutet eine hohe Anzahl an atherogenen Partikeln im Blutkreislauf. Da sich jeder dieser Partikel potenziell in deinen Arterienwänden festsetzen und Plaque bilden kann, ist ein hohes ApoB ein starker Indikator für ein erhöhtes Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfälle – selbst dann, wenn dein normales LDL-Cholesterin (oft als “schlechtes” Cholesterin bezeichnet) unauffällig erscheint.
In einem Standard Blutbild ist dieser Marker meist nicht enthalten. Viele Vorsorgemediziner sehen diesen Marker jedoch als wichtigsten Signalgeber für Atherosklerose (Plaque-Ablagerungen in den Arterien).
Für gesunde Langlebigkeit reicht es jedoch nicht, einzelne Blutmarker zu optimieren. Gesundheit passiert systemisch im Körper, Langlebigkeit muß als System optimiert werden. Die Grundprinzipien sind für Männer wie Frauen gleich: Kraft, Ausdauer, Stoffwechsel, Gehirn, Schlaf, Ernährung, soziale Beziehungen und systemische Prävention.
Messen, verstehen, handeln.

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