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Bluttests

Supplementieren als Trend? Warum Messen entscheidet, was der Körper wirklich braucht

Supplements sind in den sozialen Medien allgegenwärtig – oft ohne evidenzbasierte Beratung dahinter. Gleichzeitig zeigt eine Langzeitanalyse an über 1.000 gesunden Erwachsenen, dass wiederholtes Testen von Blutwerten helfen kann, tatsächlich wirksame Maßnahmen von unnötigen zu unterscheiden. Warum das, was die orthomolekulare Medizin seit Jahrzehnten fordert, jetzt auch teils in der Schulmedizin ankommt – und warum der eigene Bedarf sich ständig verändert.

Lisa Patterer · 2 Min. Lesezeit

Supplementieren als Trend? Warum Messen entscheidet, was der Körper wirklich braucht

Warum ist Supplementieren gerade so ein Trend?

Eine aktuelle Übersichtsarbeit zum Einfluss sozialer Medien auf den Nahrungsergänzungsmittel-Konsum fand bei jungen Erwachsenen einen klaren Zusammenhang: Wer viel supplementbezogenen Content sieht, übernimmt eher unbelegte Gesundheitsversprechen, ist anfälliger für Marketing und ändert seine Ernährung eher nach Online-Inhalten als nach professioneller Beratung. Das Problem ist also nicht Supplementieren an sich, sondern dass es oft ohne echte Grundlage passiert – nach Trend statt nach tatsächlichem Bedarf.

Die orthomolekulare Medizin hat das schon immer im Fokus

Der Begriff „orthomolekular" – sinngemäß „die richtigen Moleküle in der richtigen Menge" – wurde bereits 1968 vom Chemie-Nobelpreisträger Linus Pauling geprägt. Die Grundidee: Der Körper braucht bestimmte Nähr- und Wirkstoffe in einer für ihn passenden, individuellen Konzentration – nicht pauschal, sondern abgestimmt auf die jeweilige Person. Was damals eine Randposition war, deckt sich zunehmend mit dem, was heute auch datengestützte Präventivmedizin zeigt.

Warum lohnt sich häufigeres Messen?

Eine Langzeitbeobachtung von über 1.000 gesunden Erwachsenen zeigte: Bei Personen mit anfänglich auffälligen Blutwerten normalisierten sich diese bei erneuter Messung nach gezielten Anpassungen in den meisten Fällen deutlich. Ohne Kontrollmessung bleibt unklar, ob ein Supplement überhaupt ankommt – im Körper wirkt, was tatsächlich gebraucht wird, oder einfach nur eingenommen wird. Erst die Kombination aus Messwerten und dem, wie man sich fühlt – Energie, Müdigkeit, Stimmung, Konzentration – zeigt, was der eigene Körper wirklich braucht.

Der Bedarf ist nie konstant

Mit dem Alter verändert sich die Aufnahmefähigkeit für viele Nährstoffe spürbar: Bei älteren Menschen ist die Vitamin-B12-Aufnahme durch verminderte Magensäure häufiger eingeschränkt, und auch die körpereigene Vitamin-D-Aktivierung nimmt ab. Auch Schwangerschaft, Sport oder der Menstruationszyklus verändern den Bedarf spürbar. Ein einmal ermittelter Wert gilt daher nie für immer.

Das eigentliche Umdenken liegt nicht darin, mehr zu supplementieren, sondern gezielter zu messen – und die Antworten des eigenen Körpers über die Zeit hinweg ernst zu nehmen.

"Das ist eine reale Chance für eine Medizin, die sich an der Person orientiert statt am Trend."

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Quellen

  1. Nihitha Devanaboyina, Vishwadha Khatri.. The influence of social media on dietary supplement use: a rapid review — International Journal of Community Medicine and Public Health. (2026) (2026) · DOI: 10.18203/2394-6040.ijcmph20261809
  2. Linus Pauling.. Orthomolecular Psychiatry — Science. (1968) · DOI: 10.1126/science.160.3825.265
  3. Westerman, K., Reaver, A., Roy, C. et al.. Longitudinal analysis of biomarker data from a personalized nutrition platform in healthy subjects — Sci Rep 8, 14685 (2018). (2018) · DOI: 10.1038/s41598-018-33008-7
  4. Hajnal Finta, Calin Avram, Corneliu-Florin Buicu,Daniela-Edith Ceana,,Iuliu Moldovan and Florina Ruta. Micronutrient Status, Health Implications, and Assessment Aproaches in Older Adults: A Narrative Review of Recent Studies — Life. (2026) (2026) · DOI: 10.3390/life16040570